Mittwoch, 15. September 2010

Ein Besuch in den Katakomben von Paris

Als Katakomben von Paris werden die ehemaligen unterirdischen Steinbrüche unter Paris bezeichnet. Ein Teil davon wird als unterirdisches Beinhaus (eine Art Friedhof) benutzt, das ab 1785 im Zuge der Schließung vieler Pariser Pfarrfriedhöfe in den Steinbrüchen angelegt wurde. Bis Anfang des 19. Jahrhunderts war die Gebeine von etwa 6 Millionen Pariser Bürgern in die Katakomben überführt worden.

Fast 2000 Jahre wurde im Untergrund Gips und Ton abgebaut. Zunächst in offenen Bergwerken, danach unter Tag in einer Tiefe von 5 bis 35 Meter. So entstand unter fast allen Pariser Stadtbezirken ein unterirdisches Stollennetz von ca. 300 Kilometer Länge. Die Gefahren, die sich durch die Unterhöhlung der Stadt ergaben, führten ab ca. 1600 dazu, dass erste Maßnahmen ergriffen wurden die Stollen aufzufüllen.

Ende des 18. Jahrhunderts ergab sich ein weiteres Problem: Die wachsende Bevölkerung, Seuchen und Hungersnöte führten zu einer Überfüllung der Pariser Friedhöfe. Die Ruhefristen für Verstorbene verkürzten sich zusehends, weil dringend Platz für neue Tote geschaffen werden musste. Das Exhumieren nur halb verwester Leichen führte zu katastrophalen hygienischen Zuständen.

Die dort exhumierten Gebeine wurden ab 1785 in die Katakomben überführt. Durch einen Schacht in der Avenue du Président-René-Coty wurden sie in die Tiefe versenkt.

Heute ist ein kleiner Teil der Katakomben - ca. 2 Kilometer - für Besucher zugänglich, die die aufgeschichteten Knochen und Schädel besichtigen können (Eingang Place Denfert Rochereau). Der Hauptteil bleibt unzugänglich, zum Teil sind dort Versorgungsleitungen verlegt.

Wie es in Paris bei den Sehenswürdigkeiten üblich ist, begann die Besichtigung zunächst einmal mit warten in der obligatorischen Warteschlange.


Anschließend ging es zunächst endlose Treppenstufen hinunter (immer im Kreis). Danach folgten einige Räume in denen Infos gezeigt wurden.

Dann ging es weiter durch funzelig beleutete Gänge.



Ab und zu gab es mal ein Nische oder einen Spalt rechts und links der Gänge. Natürlich wurde in diese Nische mit dem Vorblitz hinein geleuchtet, um festzustellen, dass dort nichts war. Der erste Raum in dem tatsächlich etwas war, war dieser.



Dann ging es mit den Knochengängen los.



Links und rechts waren die Knochen bis unter die Decke gestapelt. Gelegentlich wurden Muster, wie hier ein Herz, arrangiert.




Es war zwar Anfangs recht interessant, aber in den ca. 2 Kilometer Strecke, die zu bewältigen war, wiederholte sich alles eigentlich wieder. Ich persönlich kann für einen Parisbesuch diesen Punkt nicht empfehlen.

Kommentare:

  1. Cool!!!
    (siehe meinen txt in fb ;-) )
    Danke für die infos! Ich war 1990 das letzte mal in Paris - habe aber für nächstes jahr eine frankreichtour mit meinen kindern geplant - da werde ich auf deine infos zurück-kommen ;-).
    Danke und Gruss Ralf

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  2. Ich war auch dort - es war super, wirklich sehr interessant.
    Man fühlt sich dort unten um 100te von Jahren zurück versetzt.
    Für Kinder finde ich es allerdings wirklich nicht geeignet, ich denke dass man Kinder dorthin nicht mit nehmen sollte!

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